Zum Hauptinhalt springen

Presse

Petition zur Rettung der hausärztlichen Versorgung: 
Hausärztinnen- und Hausärzteverband Hessen ruft zum Mitmachen auf

Berlin/Hattersheim, 15.1.2025 - Die Hausärztinnen- und Hausärzteverbände haben in enger Partnerschaft mit dem Verband medizinischer Fachberufe (VMF) beim Bundestag eine Petition zur Rettung der hausärztlichen Versorgung eingereicht. Bis zum 17. Februar sollen in den Praxen so viele Unterschriften wie möglich gesammelt werden. Auch der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Hessen ruft Praxisteams sowie Patientinnen und Patienten dazu auf, sich an der Kampagne zu beteiligen.

„Die hausärztliche Versorgung ist das Fundament unseres Gesundheitssystems, doch dieses Fundament droht einzustürzen", sagt Christian Sommerbrodt, erster Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Hessen. „Mit Blick auf die dramatische Situation, die sich auch in Hessen immer weiter zuspitzt, wollen wir der kommenden Regierung direkt zum Amtsantritt einen klaren Auftrag mitgeben“, betont der Hausarzt aus Wiesbaden, der – wie viele hessische Ärzte – in seiner Praxis Unterschriftenlisten auslegt, um die Petition des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes zu unterstützen.

Wohnortnahe hausärztliche Versorgung auch in Hessen gefährdet: 250 freie Arztsitze

Denn auch in Hessen ist die wohnortnahe hausärztliche Versorgung gefährdet. „In Hessen sind rund 4.200 Hausärztinnen und Hausärzte zugelassen, wie viele davon aber wirklich hausärztlich arbeiten, kann man nur sehr grob abschätzen“, erklärt Sommerbrodt. „Auf hausärztlichen Sitzen arbeiten Diabetologen, Schmerztherapeuten, Alternativmediziner und diverse Fachinternisten ohne hausärztlichen Arbeitsansatz“, so der erste Vorsitzende des Hausärzteverbandes Hessen. Damit sei die wirkliche Größe der hausärztlichen Versorgung nur sehr ungenau anzugeben, „auch der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen ist das nicht möglich“. Aktuell seien in Hessen rund 250 hausärztliche Sitze frei. „Die Zahl ist mitunter starken Schwankungen unterworfen, ist aber in den vergangenen Jahren langsam gestiegen“, so Sommerbrodt.

2030 erreichen 48% der Hausärztinnen und Hausärzte das Rentenalter

Er verweist auf ein massives Problem: „Das Durchschnittsalter der Hausärztinnen und Hausärzte liegt in Hessen bei rund 55 Jahren. Im Jahr 2030 erreichen 48% der Hausärztinnen und Hausärzte das Rentenalter und werden dann voraussichtlich auch in den Ruhestand gehen, so dass die Zahl der freien Sitze stark steigen wird“.

In Städten gebe es zunehmend mehr Kliniken, die hausärztliche Sitze übernehmen, um über das Entlassmanagement und die Notaufnahme zusätzliches Geld zu generieren. „Diese Sitze nehmen aber nicht an der hausärztlichen Versorgung teil, so verwässern sie den tatsächlichen hausärztlichen Mangel. Diese Tendenz wird bei der aktuellen Entwicklung noch zunehmen, wenn sich die Bedingungen nicht ändern“, so Sommerbrodt. Die aktuelle Regierung habe es nicht geschafft, dringend notwendige Reformen zur Rettung der hausärztlichen Versorgung umzusetzen. Nun sei es an der neuen Regierung, die Weichen richtig zu stellen.

Forderungen der Petition

Konkret fordern der Bundesverband mit seinen Landesverbänden und der Verband medizinischer Fachberufe (VMF) in der Petition „den besseren und strukturierten Zugang zur Versorgung durch bessere Steuerung und Qualität“. Dafür müsse die Hausarztzentrierte Versorgung als freiwilliges Primärarztsystem gestärkt und weiterentwickelt werden. Um die stabile wohnortnahe hausärztliche Versorgung auch in Zukunft zu sichern, „müssen alle hausärztlichen Leistungen vollständig vergütet werden“, lautet eine weitere Forderung.

Weitere Infos zur Petition gibt es hier .

 

Pressekontakt:
Gundula Zeitz, Pressereferentin HÄVH. Tel.: 0171 8132671, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.