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Presse

Krankenhausreform - 
Offener Brief an die Hessischen Minister im Bundesrat: 
„Noch lässt sich das Ruder herumreißen!“

In einem Offenen Brief haben der Vorstand- und die Delegierten des Hausärzteverbandes Hessen an die fünf hessischen Mitglieder im Bundesrat appelliert, beim Thema Krankenhausreform für ein Vermittlungsverfahren zu stimmen. „Noch lässt sich das Ruder herumreißen, in Richtung einer sinnvollen Modernisierung der Krankenhausstrukturen und einer Stärkung der Hausarztpraxen“, heißt es in dem Schreiben an Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und an die Minister Timon Gremmels (SPD), Prof. Dr. R. Alexander Lorz (CDU), Kaweh Mansoori (SPD) und Manfred Pentz (CDU).  

„Hausärztliche Versorgung gehört in die Hausarztpraxen vor Ort“, fordert der Hausärzteverband Hessen mit Blick auf das geplante Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG). Die hausärztliche Versorgung mit einer unbefristeten Ermächtigung in die Kliniken einzubringen, gefährde die ambulante hausärztliche Versorgung anstatt sie zu stärken. „Die Leidtragenden werden die Patientinnen und Patienten sein, die auf die bewährten hausärztlichen Strukturen angewiesen sind“, heißt es in dem Schreiben, das auch an die Hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) ging.

„Kliniken werden sich lukrative Leistungen herauspicken“

Die komplexe hausärztliche Versorgung mit Hausbesuchen, Alten- und Pflegeheimbesuchen, mit der Versorgung chronisch kranker und psychosomatisch erkrankter Menschen lasse sich nicht neben der stationären Versorgung erfüllen. „Das können Krankenhäuser – und insbesondere Kliniken in unterversorgten Regionen, die sowieso schon überlastet sind – nicht leisten“, heißt es in dem Schreiben. „Die Kliniken werden sich einige lukrative Leistungen herauspicken“, so die Befürchtung des Hausärzteverbandes Hessen.

Gleichzeitig entstünden für die Praxen neue finanzstarke Konkurrenten im Kampf um Fachkräfte. „Das wird den Personalmangel in den Praxen noch weiter verschärfen und die ambulante Versorgung gefährlich schwächen“, so die Befürchtung.

„Kliniken können die ambulante Weiterbildung Allgemeinmedizin nicht umsetzen“

Ein weiterer Aspekt: Da die Kliniken keine volle hausärztliche Versorgung anbieten werden, könnten sie auch nicht die ambulante Weiterbildung Allgemeinmedizin umsetzen, die eine vollständig funktionierende Praxis voraussetzt. „Die Weiterbildung in unseren Praxen bringt junge Ärztinnen und Ärzte und damit Nachfolgerinnen und Nachfolger in die Praxen und sichert so die Versorgung in Stadt und auf dem Land“, heißt es in dem Schreiben.

„Hausärztliche Arbeit muss attraktiver gemacht werden“

„Fest steht aus unserer Sicht: Die hausärztliche Arbeit muss, gerade in unterversorgten Gebieten, unterstützt und attraktiver gemacht werden, anstatt sie durch Hilfsstrukturen zu ersetzen und die Versorgung weiter zu zerstückeln“, so der Vorstand und die Delegierten des Hausärzteverbandes Hessen.

Wenn sich auch die hessischen Mitglieder des Bundesrates in der Sitzung am 22. November für die Anrufung eines Vermittlungsverfahrens zur Krankenhausreform einsetzen würden, bestehe „die Chance, beim Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz dringliche Nachbesserungen zu erreichen“, heißt es in dem Schreiben abschließen.

Pressekontakt:
Gundula Zeitz, Pressereferentin HÄVH, Tel.: 0171 8132671, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.