„Uninformiert und populistisch“:
Hessische Hausärztinnen und Hausärzte weisen Kritik an telefonischer Krankschreibung zurück
Hattersheim, 30.10.2024 - Als „uninformiert und populistisch“ bezeichnet der Hausärzteverband Hessen die Kritik der Arbeitgeber, dass der aktuell hohe Krankenstand im Zusammenhang mit der telefonischen Krankschreibung zu sehen sei. Die Möglichkeit, sich telefonisch krankschreiben zu lassen, habe sich bei Patientinnen und Patienten, die in der jeweiligen Praxis bereits bekannt sind und an Infekten oder leichten Erkrankungen leiden, gut bewährt.
„Der Krankenstand war noch nie so hoch, wir stehen derzeit am Beginn einer außergewöhnlichen und wissenschaftlich eindeutig nachweisbaren Infektwelle“, betont der erste Vorsitzende des Hausärzteverbandes Hessen (HÄVH), Christian Sommerbrodt. Er verweist auf den aktuellen Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI): „In diesem Jahr starten wir mit dem höchsten Infektstand seit 2018 in die Infektwelle, deren Höhepunkt erst Mitte November erwartet wird", so der Hausarzt aus Wiesbaden. „Die Betriebe, Ämter, Praxen und Krankenhäuser leiden gleichermaßen wie die betroffenen Patientinnen und Patienten an der Infektwelle“, so der HÄVH-Vorsitzende.
„Die Hausarztpraxen arbeiten bereits jetzt an ihren Kapazitätsgrenzen. Die telefonische AU entlastet die Praxen ebenso wie die erkrankten Patientinnen und Patienten, die keine Wege auf sich nehmen müssen, um eine Krankschreibung zu erhalten. Außerdem reduziert sie Infektionsgefahren in vollen Wartezimmern“, so Sommerbrodt. Nicht zuletzt hätten die Kolleginnen und Kollegen in den Praxen, die ohnehin schon mit Bürokratie überlastet seien, dank der telefonischen AU mehr Zeit für andere Patientinnen und Patienten.
Quelle: Wochenbericht 42/2024 der Arbeitsgemeinschaft Influenza: https://influenza.rki.de/Wochenberichte.aspx , Seite 2
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