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Presse

Pressemitteilung

„Gemeinsame Selbstverwaltung ist gescheitert“

Hausärzteverband Hessen kritisiert Forderungen des GKV-Spitzenverbands

Mit Empörung reagiert der Hausärzteverband Hessen e. V. (HÄVH) auf die Stellungnahme der Krankenkassen zum Entwurf des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes. In seinem umfangreichen Forderungspaket schlägt der GKV-Spitzenverband bei den Ärztehonoraren eine Nullrunde vor. „Damit ist die gemeinsame Selbstverwaltung gescheitert“, kritisiert der HÄVH.

 Hattersheim, 30.9.2022. „Der Vorschlag der Krankenkassen, den Orientierungswert einzufrieren und die Punktwertzuschläge unverändert zu lassen, ist eine Unverschämtheit – und die Vorgehensweise ist unredlich“, kritisiert der HÄVH-Vorsitzende Armin Beck. „Das umfangreiche Forderungspaket konnte nicht erst in den vergangenen Tagen erarbeitet werden, es lag zumindest intern schon auf den Schreibtischen der Verantwortlichen für die Krankenkassen“, so Beck. Mit dem Papier werde die Zusage, den Inflationsausgleich 2023 nachzuliefern, nicht nur wieder aufgehoben, man schlage auch für 2023 und 2024 eine Nullrunde vor.

„Damit muss festgehalten werden, dass die gemeinsame Selbstverwaltung gescheitert ist. Schon in den vergangenen Jahren glichen Verhandlungen mit Krankenkassenvertretern eher einem Diktat als einer sachlichen Suche nach einem Kompromiss“, erinnert Beck. „Jetzt muss konstatiert werden, dass gemeinsame Gespräche mit Vertretern der Krankenkassen Zeitverschwendung sind, da Zusagen wiederholt schon nach kurzer Zeit einkassiert werden“, sagt der HÄVH-Vorsitzende. So werde die Versorgung der Patienten wirtschaftlichen Interessen der Krankenkassen geopfert und das Vertrauen völlig verspielt.

„Alarmierendes Signal an junge Kolleginnen und Kollegen“

Das sei ein alarmierendes Signal an junge Kollegen und Kolleginnen. „Davon abgesehen, dass die Zahl der Studienplätze nicht bedarfsgerecht aufgestockt wurde, fehlt von politischer Seite jeglicher Hauch von Zukunftsperspektive. Wer wird sich schon gerne in die Selbstständigkeit begeben, wenn die ambulante Versorgung derart abgebaut wird“, kritisiert Beck.

„Politik will die ambulante freiberufliche Tätigkeit abschaffen“

Der HÄVH-Vorsitzende erinnert an fehlende Bonuszahlungen für nichtärztliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Praxen, die über die Belastungsgrenze hinaus gearbeitet haben, sowie an die Aberkennung eines Inflationsausgleichs, einer Energiekostenunterstützung und eines Hygienezuschlags in Zeiten einer weltweit grassierenden Viruspandemie. „Stattdessen werden mit viel Geld Gesundheitskioske aufgestellt, die lediglich das Vertrauen in die hausärztliche Betreuung aushöhlen und ohne den Ansatz einer Kooperation mit ambulant ärztlichen Strukturen entwickelt werden sollen. Ein Unding ist auch, dass inzwischen originäre Aufgaben der Hausärztinnen und Hausärzte durch nichtärztliche Leistungserbringer erbracht werden, vor allem durch Apotheker“, sagt Beck.

Nicht zuletzt zeige auch die vor wenigen Tagen vorgeschlagene Regelung, dass Krankenhäuser sogenannte Tagesleistungen erbringen sollen, dass die Politik die ambulante freiberufliche Tätigkeit abschaffen möchte. „Wir werden nun überlegen, welche Konsequenzen das alles nach sich ziehen muss“, so Beck abschließend.

Pressekontakt:
Hausärzteverband Hessen e. V.
Gundula Zeitz
Pressereferentin
Tel.: 0171 8132671
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Hausärzteverband Hessen e.V.
1. Vorsitzender Armin Beck (v. i. S. d. P.)
Hofheimer Str. 16a, 65795 Hattersheim
Tel: 06190/9743470 / Fax: 06190/9743479
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www.hausaerzte-hessen.de

 

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