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Presse

Hausarztzentrierte Versorgung wächst weiter: Immer mehr Patienten in Hessen setzen auf das Hausarztprogramm

  • Zahl der HZV-Versicherten in Hessen binnen eines Jahres um rund 100.000 gestiegen
  • 30,7 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte beteiligen sich an der HZV
  • Modell gewinnt an Bedeutung in der Debatte um ein bundesweites Primärarztsystem

Hattersheim, 24. März 2026 – Die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) wächst in Hessen weiter deutlich. Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der eingeschriebenen Patientinnen und Patienten von rund 700.000 im Jahr 2025 auf aktuell etwa 800.000 gestiegen. Damit zählt Hessen bundesweit zu den führenden Bundesländern bei der Entwicklung des Hausarztprogramms. Zugleich gewinnt das hausärztliche Versorgungsmodell gesundheitspolitisch an Gewicht.

HZV als wichtiger Baustein, um die Versorgung vor Ort zu sichern

„Wir sehen in Hessen eine sehr dynamische Entwicklung. Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für eine koordinierte hausärztliche Versorgung – und immer mehr Praxen machen mit“, sagt Christian Sommerbrodt, erster Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Hessen. „Die HZV stärkt die Rolle der Hausärztinnen und Hausärzte und sorgt gleichzeitig für mehr Struktur und Verlässlichkeit in der Patientenversorgung. Gerade vor dem Hintergrund des Hausärztemangels ist sie ein wichtiger Baustein, um die Versorgung vor Ort langfristig zu sichern.“

Verlässliche Steuerung im Gesundheitssystem

Das Prinzip der HZV: Eingeschriebene Patientinnen und Patienten wenden sich bei gesundheitlichen Fragen zunächst an ihre hausärztliche Praxis. Dort laufen Befunde zusammen, Therapien werden koordiniert und bei Bedarf gezielt an Fachärztinnen und Fachärzte oder Kliniken überwiesen.

„Hausärztinnen und Hausärzte behalten den Überblick über Krankheitsverläufe, Medikation und persönliche Lebenssituationen. Gerade für chronisch kranke und ältere Menschen ist diese kontinuierliche Begleitung ein entscheidender Vorteil“, betont Sommerbrodt.

Rückenwind in der Primärversorgungs-Debatte

Während auf Bundesebene über die Einführung eines Primärarztsystems diskutiert wird, existiert mit der HZV bereits seit rund 18 Jahren ein erfolgreich erprobtes primärärztliches Versorgungsmodell. Bundesweit profitieren inzwischen etwa elf Millionen Versicherte von dem Hausarztprogramm. Wissenschaftliche Auswertungen zeigen unter anderem weniger Krankenhauseinweisungen sowie eine effizientere Arzneimitteltherapie.

HZV bringt auch Praxen Vorteile

Auch für die Praxen bringt die HZV Vorteile. „Die Programme entlasten von unnötiger Bürokratie und ermöglichen planbarere Honorare. Das schafft Freiräume für die medizinische Arbeit und hilft, die hausärztliche Versorgung vor Ort langfristig zu sichern“, so Sommerbrodt.

„Kontinuität gibt Sicherheit“

Monika Buchalik, stellvertretende Vorsitzdende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Hessen, hebt die Bedeutung der langfristigen Arzt-Patient-Beziehung hervor: „Wenn sich Menschen bewusst für eine Hausarztpraxis entscheiden, entsteht Vertrauen – oft über viele Jahre oder sogar Generationen hinweg. Diese Kontinuität gibt Sicherheit und verbessert die Versorgung.“

Ihr Rat: „Fragen Sie in Ihrer Praxis nach der HZV. Wer eingeschrieben ist, hat eine feste medizinische Anlaufstelle – und steht im zunehmend komplexen Gesundheitssystem nicht allein da.“

HZV in Zahlen

  • seit 18 Jahren etabliertes primärärztliches Versorgungsmodell
  • rund 800.000 eingeschriebene Versicherte in Hessen
  • 30,7 % der Hausärztinnen und Hausärzte beteiligen sich in Hessen an der HZV
  • bundesweit rund 11 Millionen eingeschriebene Patientinnen und Patienten und rund 16.000 Hausärztinnen und Hausärzte

 

Pressekontakt:
Gundula Zeitz
Pressereferentin Hausärztinnen- und Hausärzteverband Hessen
Tel.: 0171 8132671
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