Hausärztinnen- und Hausärzteverband Hessen fordert Rückkehr zur Neupatientenregelung
Hattersheim, 19. November 2025 – Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Hessen warnt vor zunehmender Belastung haus- und kinderärztlicher Praxen durch die derzeitige Ausgestaltung der sogenannten „Hausarztvermittlungsfälle“. Die aktuelle Regelung ist nach Einschätzung des Verbandes unnötig kompliziert, zeitraubend und führt regelmäßig zu Diskussionen in den Praxen – zum Nachteil einer effizienten Patientenversorgung.
„Die Vorgaben sind schwer praktikabel und haben keinerlei positiven Effekt auf die Versorgung. Stattdessen binden sie wertvolle Zeit, die unseren Patientinnen und Patienten verloren geht“, so der Verband. Die Delegierten fordern daher das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf, zur Neupatientenregelung zurückzukehren, die mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz abgeschafft worden war. Die Neupatientenregelung hatte nachweislich zu kürzeren Wartezeiten bei Fachärztinnen und Fachärzten geführt und war gleichzeitig deutlich weniger bürokratisch.
„Die Wiedereinführung der Neupatientenregelung wäre ein echter Gewinn – für Patientinnen und Patienten, für die Versorgungsqualität und für die Arbeitsbedingungen in unseren Praxen“, heißt es in der Resolution. Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Hessen appelliert an das BMG, die Versorgungspraxis in den Blick zu nehmen und praxistaugliche, unbürokratische Lösungen wieder möglich zu machen.
Hintergrund:
Die frühere Neupatientenregelung stellte sicher, dass Praxen für die Behandlung neuer Patientinnen und Patienten extrabudgetär vergütet wurden – unabhängig davon, ob ein Hausarzttermin vermittelt wurde. Dies führte zu schnelleren Terminen und weniger Bürokratie. Seit der Abschaffung müssen Haus- und Kinderärztinnen sowie Hausärzte jeden Einzelfall als „Hausarztvermittlungsfall“ begründen, dokumentieren und rechtfertigen. Diese neue Regelung ist zeitintensiv, fehleranfällig und verursacht erheblichen Verwaltungsaufwand, ohne die Versorgung spürbar zu verbessern.
Pressekontakt:
Gundula Zeitz;
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit HÄVH
Tel.: 0171 8132671
p