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Presse

Resolution der Delegiertenversammlung des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Hessen                       

  „Jetzt auf die HZV bauen“ - Appell an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken

 Frankfurt am Main, 17.5.2025 - Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Hessen (HAEVH) appelliert an die neue Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, beim Aufbau eines Primärarztsystems auf die bereits seit langem erfolgreich etablierte Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) zu setzen. Eine entsprechende Resolution haben die Delegierten des HAEV in ihrer Versammlung am Wochenende in Frankfurt verabschiedet. Die Delegierten trafen sich am Rande des 17. Hausärztinnen- und Hausärztetages Hessen.

Die Resolution im Wortlaut:

Die HZV ist ein funktionierendes und wissenschaftlich evaluiertes Primärarztsystem, auf das wir uns seit 17 Jahren verlassen können – und an dem bundesweit inzwischen zehn Millionen Patientinnen und Patienten teilnehmen. Knapp jeder Fünfte der über 65-Jährigen ist eingeschrieben – das sind genau die Patientinnen und Patienten, die von einer besseren Koordination besonders profitieren.

In den kommenden Jahren werden wir mit immer weniger Ressourcen immer mehr und immer ältere Patientinnen und Patienten zu versorgen haben. Angesichts dessen ist mehr Steuerung in der ambulanten Versorgung zwingend notwendig. Bei den Hausärztinnen und Hausärzten müssen alle Fäden zusammenlaufen, denn sie stellen sicher, dass die verschiedenen beteiligten Ärztinnen und Ärzte Hand in Hand arbeiten. Sie schützen die Patientinnen und Patienten vor Unter-, aber auch vor Überversorgung.

HZV verbessert die Qualität der Versorgung

Fest steht: Wenn Patientinnen und Patienten immer zuerst ihre feste Hausarztpraxis konsultieren, verbessert das die Qualität der Versorgung. Es gibt zum Beispiel weniger unnötige Doppelbehandlungen, weniger Medikamentenverschreibungen, die sich nicht vertragen, weniger Krankenhauseinweisungen und auch höhere Impfquoten. Durch die langfristige und feste Bindung an eine Hausärztin/einen Hausarzt können diese die gesundheitliche Situation der Patienten schneller und umfassender einschätzen.

Behandlungsprozesse müssen nicht immer wieder neu organisiert werden, weil Patientinnen und Patienten nicht mehr unkoordiniert zu Fachärztinnen und Fachärzten gehen.

Insbesondere Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen profitieren von einem Primärarztsystem wie der HZV, das belegen mehrere nationale und internationale wissenschaftliche Studien.

 HZV spart finanzielle und personelle Ressourcen

 Primärärztliche Versorgung und Steuerung bedeutet weit mehr als Überweisungen auszustellen: Schon jetzt behandeln Hausärztinnen und Hausärzte mehr als 80 Prozent aller Versorgungsanlässe abschließend.

So spart ein Primärarztsystem wie die HZV sowohl finanzielle als auch personelle Ressourcen. Um ein solches System in der Regelversorgung zu etablieren, wären umfassende strukturelle Anpassungen unter anderem in der Vergütungslogik und bei den Fortbildungspflichten nötig. In den HZV-Verträgen ist das alles bereits umgesetzt.

Wer zeitnah ein gutes und wissenschaftlich evaluiertes Primärarztsystem umsetzen will, der muss auf die HZV bauen. Das seit 17 Jahren erfolgreiche System bietet viel Potenzial und kann ohne komplexe Reformen und ohne jahrelange Diskussionen stark ausgebaut werden.

Die Delegierten des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Hessen, Frankfurt am Main, 16. Mai 2025

Pressekontakt:
Gundula Zeitz, Pressereferentin HÄVH. Tel.: 0171 8132671, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.