Kammerwahl 2023: „Ihre Stimme zählt!“
Vom 23.5. bis 14.6. sind Ärztinnen und Ärzte in Hessen aufgerufen, die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer zu wählen. „Sie wollen etwas verändern? Dann nutzen Sie diese Chance“, sagt Jutta Willert-Jacob, Listenführerin der Liste 3, „Die Hausärzte“, im Interview.
Wer gehört der Landesärztekammer an und wer darf wählen?
Jutta Willert-Jacob: Alle derzeit mehr als 39.400 approbierten Ärztinnen und Ärzte, die in Hessen arbeiten oder hier ihren Wohnsitz haben, sind Mitglied in der Landesärztekammer – und damit wahlberechtigt. Dabei kommt es nicht darauf an, ob sie selbstständig, angestellt oder im Beamtenverhältnis tätig sind oder ob sie sich in Elternzeit, im Ruhestand oder in Weiterbildung befinden.
Wie viele Sitze haben die Hausärzte in der aktuellen Wahlperiode?
Jutta Willert-Jacob: Von den insgesamt 80 Sitzen der Delegiertenversammlung hat unsere Liste elf Sitze. Aus Sicht der Hausärztinnen und Hausärzte ist da also noch viel Luft nach oben – zumal die Wahlbeteiligung bei den letzten Wahlen vor sechs Jahren nur bei 37,22 Prozent lag.
Warum ist es wichtig, sich an der Kammerwahl zu beteiligen?
Jutta Willert-Jacob: Die Ärztekammer regelt die Berufs- und Arbeitsbedingungen der Ärztinnen und Ärzte, die ihr angehören. Sie erlässt zum Beispiel Berufs- und Weiterbildungsordnungen, organisiert die berufliche Fort- und Weiterbildung und führt Prüfungs- und Anerkennungsverfahren im Rahmen der Weiterbildung durch. Zudem überwacht sie die Einhaltung ärztlicher Pflichten. Und nicht zuletzt unterstützt und berät sie ihre Mitglieder bei der Ausübung ihres Berufs. Die Delegiertenversammlung ist so etwas wie das Parlament der hessischen Ärzteschaft, sie ist das oberste Legislativorgan der Landesärztekammer. Trotz ihrer wichtigen Aufgaben war die Kammer in den letzten Jahren in der ärztlichen Wahrnehmung eher unsichtbar. Gerade in der Coronazeit, in der die Ärztinnen und Ärzte ebenso wie Pflegerinnen, Pfleger und medizinische Fachangestellte stationär und ambulant bis an die Grenze der Belastbarkeit arbeiten mussten, war die Kammer viel zu ruhig. Wir wollen, dass die Kammer wieder präsenter ist. Da bieten die Wahlen eine Möglichkeit, die ärztliche Selbstverwaltung mitzugestalten.
Wofür setzt sich die Liste „Die Hausärzte“ ein?
Jutta Willert-Jacob: Wir setzen uns zum Beispiel für eine erfolgreiche und sinnvolle Umsetzung der Weiterbildungsordnung ein, auch für die hausärztlich tätigen Internisten. So sollen auch die Rahmenbedingungen der Weiterbildung verbessert werden. Die Orientierung der Medizin am Patienten und nicht am Kommerz ist uns ebenso wichtig wie die Sicherung einer hochqualitativen Gesundheitsversorgung. Außerdem fordern wir unter anderem eine faire und angemessene Bezahlung, den Abbau von Bürokratie und arztfremden Aufgaben sowie eine aktive Regulierung der Digitalisierung, damit sie an die Bedürfnisse der Ärzte und Patienten angepasst wird. Wir wollen eine selbstbewusste moderne Ärztekammer mit Selbstverwaltung, die der Politik die Stirn bieten kann.
Weitere Infos zur Liste „Die Hausärzte“ finden Sie hier.