Gleichzeitig erfahren wir, insbesondere von Seiten der Kassen, nach wie vor viel Gegenwind. Während wir der Politik zunehmend klarmachen konnten, dass es ohne die Hausärztinnen und Hausärzte im Gesundheitswesen zappenduster aussehen würde, bleibt insbesondere der GKV-Spitzenverband bei
seiner versorgungsschädlichen Linie.
Dispensierrecht für Hausärztinnen und Hausärzte bei Corona-Medikamenten
Klar ist aber auch: Paxlovid ist kein Ersatz für eine Impfung. Die Impfung ist und bleibt der beste Schutz gegen einen schweren Verlauf und damit auch gegen eine Überlastung des Gesundheitswesens!
Telefonische AU
Als Verband haben wir dafür lange gegen erheblichen Widerstand kämpfen müssen, insbesondere seitens der Arbeitgeber und des GKV-SV. Die Gewinner dieser Regelung sind unsere Patientinnen und Patienten, die nicht mehr gezwungen sind, sich ohne medizinische Notwendigkeit in ein volles Wartezimmer zu setzen, nur weil sie ihren Arbeitgebern eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen müssen.
Ärgerlich ist, dass die Krankenkassen den Mehrwert für die Patientinnen und Patienten nicht sehen, sondern die Regelung als Kostensparmodell missbrauchen. Einige Pauschalen sollen nicht greifen, sofern kein persönlicher Arztbesuch stattgefunden hat, sondern ein telefonischer. Erneut beweisen damit die Kassen eindrucksvoll, dass ihnen eine Flexibilisierung und Modernisierung der Versorgung vollkommen egal ist. Wir werden hier weiter auf eine faire Vergütung drängen und das nicht so einfach hinnehmen.
Übrigens: Im Rahmen der HZV-Verträge gibt es diese Vergütungsproblematik gar nicht erst!
Die Regelung ist erneut bis zum 30. November 2022 befristet. Wir fordern, dass im Anschluss die TeleAU für Patientinnen und Patienten, die die Hausärztin oder der Hausarzt kennt, unabhängig von der Corona-Pandemie, dauerhaft und mit einer fairen Vergütung in die Regelversorgung überführt und der Videosprechstunde gleichgestellt wird. Auch hier kommt Widerstand vor allem von dem GKV-Spitzenverband und Arbeitgebern. Wir werden uns davon allerdings nicht beeindrucken lassen!
Konnektorentausch
Wenig erfreulich ist, was die gematik und ihre Gesellschafter (BMG, GKV-SV, KBV, KZBV und die DKG) aktuell in Sachen Konnektorentausch veranstalten.
Zur Erinnerung: Die gematik und ihre Gesellschafter haben vor Monaten beschlossen, dass alle Konnektoren nach fünf Jahren ausgetauscht werden müssen. Grund ist, dass das Sicherheitszertifikat abläuft. Das Problem gäbe es nicht, wenn die gematik mit der Umsetzung der Telematikinfrastruktur 2.0 – bei der keine Konnektoren mehr benötigt würden – nicht Jahre hinterherhinken würde. So müssen jedoch nach derzeitigem Stand knapp 400 Millionen Euro investiert werden. Ein unglaublicher Skandal!
In den letzten Wochen kam erneut die Frage auf, ob dieser Konnektorenwechsel technisch überhaupt notwendig ist. Nachdem man also vor Monaten einstimmig für den Konnektorenwechsel gestimmt hatte, diskutieren gematik, KBV und Co. jetzt darüber, ob das nicht vielleicht doch unnötig ist – und das, während der Austausch schon läuft! Eine einheitliche und transparente Kommunikation der Verantwortlichen? Fehlanzeige! Stattdessen werden wir Ärztinnen und Ärzte mit dem Durcheinander komplett allein gelassen.
Stand jetzt ist, dass zumindest alle Ärztinnen und Ärzte, deren Konnektor-Zertifikat in den kommenden Monaten abläuft, neue Hardware bestellen müssen. Dabei handelt es sich um die Konnektoren der Compugroup Medical Deutschland (CGM), denn diese wurden zuerst ausgeliefert. Bitte sprechen Sie hierzu Ihren Hersteller an.
Als Verband kämpfen wir mit aller Macht dafür, dass den Ärztinnen und Ärzten, die überhaupt nichts für das Konnektoren-Chaos können, keine zusätzlichen Kosten entstehen. Der Schiedsspruch, wonach die Ärztinnen und Ärzte 2.300 Euro für den Konnektorentausch erhalten sollen, ist nicht kostendeckend. Die CGM hat nun angekündigt, den Preis für den Konnektorenwechsel entsprechend anzupassen. Das erwarten wir in Zukunft auch von den anderen Herstellern. Auch so werden sie am Konnektorentausch mehr als genug verdienen!
Kontakt:
Armin Beck (v. i. S. d. P.)
Hausärzteverband Hessen e. V.
Hofheimer Straße 16a
65795 Hattersheim
Tel.: 0 6190 974 3470
E-Mail: