Wenn Entlastung versprochen und Bürokratie geliefert wird: Neue Versorgungspauschale, Vorhaltepauschale & Co.
Wiesbaden / Bremervörde, 1. April 2026 - Der politische Anspruch war klar formuliert: bessere Vergütung hausärztlicher Leistungen, mehr Zeit für die Versorgung und weniger Bürokratie im Praxisalltag. In der praktischen Umsetzung ergibt sich jedoch ein anderes Bild, zeigen Dr. Christian Köhler, Dr. Marc Hanefeld und Christian 'Tino' Sommerbrodt in Folge 73 ihres Podcast "Das Arztgespräch".
Drei Reformelemente standen im Zentrum des Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetzes (GVSG):
die Entbudgetierung hausärztlicher Leistungen seit Oktober 2025,
die Einführung einer Vorhaltepauschale ab Januar 2026,
die neue Versorgungspauschale für ausgewählte chronisch erkrankte Patienten ab Juli 2026.
Der politische Anspruch war klar formuliert: bessere Vergütung hausärztlicher Leistungen, mehr Zeit für die Versorgung und weniger Bürokratie im Praxisalltag.
In der praktischen Umsetzung ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Für die allermeisten Praxen bringen weder die neue „Chronikerpauschale light“ noch die Vorhaltepauschale eine spürbare Entlastung im Versorgungsalltag - und auch keine Verbesserung der Honorarsituation. Gleichzeitig steigt insbesondere mit der Versorgungspauschale der bürokratische Aufwand deutlich an – jedenfalls dann, wenn wir die Vorgaben konsequent umsetzen möchten.
Entscheidend bleibt daher das, was für uns ohnehin zählt: alle Diagnosen sauber erfassen und präzise abrechnen. Wer versucht, jeder neuen Regelung hinterherzulaufen, verliert schnell den Überblick.