Primärversorgungssystem soll kommen – Politik setzt auf HZV
Berlin, 27.1.2026 - Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat jetzt den offiziellen Startschuss zur Umsetzung eines Primärversorgungssystems gegeben. Vertreterinnen und Vertreter der Ärzteschaft, der Krankenkassen sowie Patientenverbände waren am 27. Januar ins Ministerium geladen, um die mögliche Ausgestaltung zu diskutieren. Auch der Hausärztinnen- und Hausärzteverband (HAEV) war dabei.
Das Positive vorneweg: An unseren Verträgen zur Hausarztzentrierten Versorgung führt kein Weg vorbei. Die Ministerin hat in der anschließenden Pressekonferenz noch einmal bekräftigt, auch in Zukunft auf die HZV zu setzen. Das stand ja bereits im Koalitionsvertrag und ist in den vergangenen Monaten immer wieder von allen politischen Parteien betont worden.
"Die HZV steht nicht zur Disposition! Vielmehr muss sie dringend weiter gefördert und ausgebaut werden, denn sie ist das beste und das einzig bewährte System, um Patientinnen und Patienten nicht nur zu steuern, sondern auch besser zu versorgen.
Mehr als zehn Millionen zufriedene Patientinnen und Patienten sind der beste Beweis", so die Bundesvorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth und Dr. Markus Beier.
Dass es die HZV mehr denn je brauche, sei beim Blick auf das KV-System noch einmal sehr deutlich geworden, so Buhlinger-Göpfarth und Beier. "Insbesondere die Kassen, aber leider auch die von uns finanzierte KBV, haben sich in den vergangenen Wochen mit versorgungs- und hausarztfeindlichen Vorschlägen hervorgetan. Eine dieser Ideen ist, dass Patientinnen und Patienten im Kollektivvertrag nicht nur von den Hausarztpraxen, sondern auch von einem zentralen Callcenter gesteuert werden sollen. Das heißt für Sie in Ihren Praxen, dass Sie nach Gutdünken einer Telefonhotline oder eines Chats aktiv werden sollen. Zusätzlich sollen in bestimmten Fällen auch Facharztpraxen die Steuerung übernehmen", erklärten die Bundesvorsitzenden des HAEV.