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„Hausärztinnen und Hausärzte sind das Rückgrat unseres Gesundheitssystems“

Hoher Besuch am Rande des 17. Hausärztinnen- und Hausärztetages Hessen: Der Landesverband Hessen empfing die hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz im Anschluss an die Delegiertenversammlung. Die Ministerin sprach den Delegierten des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes (HAEVH) ihre Anerkennung aus: „Hausärztinnen und Hausärzte sind viel mehr als nur Anlaufstellen bei akuten Erkrankungen – sie sind das Rückgrat unseres Gesundheitssystems“, sagte Stolz. „Fühlen Sie sich von mir sehr wertgeschätzt in der Arbeit, die sie tagtäglich machen.“

„Hausärztinnen und Hausärzte sind viel mehr als nur Anlaufstellen bei akuten Erkrankungen – sie sind das Rückgrat unseres Gesundheitssystems. Sie begleiten ihre Patientinnen und Patienten oft über Jahre, manchmal sogar Generationen hinweg, und bieten eine vertrauensvolle, kontinuierliche Versorgung“, betonte Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) in ihrer Rede und bekräftigte: „Eine solch zuverlässige Anlaufstelle ist gerade im ländlichen Raum wichtig. Deswegen öffnen wir von Seiten der Landesregierung über eine Landarztquote den Weg ins Medizinstudium, damit mehr Menschen sich für die Allgemeinmedizin entscheiden.“

Stolz verwies auf das Bergsträßer Erfolgsprojekt „Psychosoziale Fachkraft auf dem Land“, kurz „PauLa“, das in der Zeit entstand, als die Ministerin noch Gesundheitsdezernentin und Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Bergstraße war. Bei dem Projekt unterstützen eine Art moderne Gemeindeschwestern Menschen, die zuhause leben und nicht pflegebedürftig sind, damit diese möglichst lange in ihren vier Wänden wohnen bleiben können. Es seien Ärzte gewesen, die damals das Projekt angestoßen hätten, betonte Stolz, heute erhalte es bundesweit Aufmerksamkeit.

„Austausch zwischen Politik und Ärzteschaft ist wichtig“

Initiativen wie PauLa zeigten nicht zuletzt, wie wichtig der Austausch zwischen Politik und Ärzteschaft sei, sagte Stolz: „Ich glaube, es ist wichtig, dass wir die Stimme von der Basis immer weitertragen. Es ist mir ein Anliegen, einfach mal Danke zu sagen, dass Sie sich für Ihren Berufsstand in einem Verband organisieren und dass Sie immer wieder die Mühen auf sich nehmen, die Politik zu beraten und sie auch hin und wieder mal freundlich zu kritisieren“, so die Ministerin.

von links: Monika Buchalik, Vorstandsmitglied HAEVH und erste Beisitzerin der Landesärztekammer; Peter Franz, Geschäftsführer Hausärztliche Servicegesellschaft Hessen mbH; Christian Sommerbrodt, erster Vorsitzender HAEVH; Armin Beck stellvertretender Vorsitzender KV Hessen, Ehrenvorsitzender des HAEVH; Ministerin Diana Stolz sowie die HAEVH-Vorstände Dr. Jürgen Burdenski, Jutta Willert-Jacob, Dr. Tobias Gehrke, Michael Knoll und Dr. Christoph Claus. (Foto: Paul Müller / HAEVH)

„Ich finde, dass Ihre Aufklärung konstruktiv ist – und dass wir noch viel deutlicher formulieren müssen, was da eigentlich von Ihnen und Ihren Praxen geleistet wird“, so die Ministerin.

„Wenn Gesundheitsversorgung nicht funktioniert, dann ist die Demokratie gefährdet“

Fest stehe: „Wenn Gesundheitsversorgung nicht funktioniert, dann ist die Demokratie gefährdet“. Was es bedeute, wenn Menschen Angst haben um die Gesundheit und um das Gesundheitssystem, das habe man schon in anderen Ländern gesehen – und in Deutschland spätestens in der Corona-Pandemie. „Deshalb haben wir alle zusammen eine große Verantwortung – ich als Politikerin, aber auch jeder an seiner Stelle,“ so Stolz.

„Primärarztsystem von unten mitdenken“

„Sie sind die größten Multiplikatoren für ihren Berufsstand. Es hängt sehr davon ab, wie sie ihren Berufsstand verkaufen und was sie über ihren Berufsstand denken, sagen – und wie sie ihn mit weiterentwickeln wollen“, so Stolz mit Blick auf das viel diskutierte Primärarztsystem. „Wenn wir wollen, dass das Primärarztsystem funktioniert, dann müssen wir es von unten her mitdenken und nicht nur von oben“, sagte Stolz. „Auch hier kommt es auf Sie an, wie Sie sich einbringen, wie Sie überzeugen, aber auch wie sehr Sie über Ihren eigenen Tellerrand schauen“, so die Ministerin. Es gebe in der Ärzteschaft beim Thema Primärarztsystem auch kritische Stimmen.

Krankenhausreform: „Hier muss nachgebessert werden“

Auch auf die Krankenhausreform ging Stolz kurz ein, hier müsse nachgebessert werden, damit sie in allen Bundesländern gleichermaßen funktioniere. „Zudem muss der ambulante Bereich mitgedacht werden, das ist bisher nicht der Fall, und das halte ich für einen Grundfehler“, sagte Stolz.

Videosprechstunde: Kein ein Allheilmittel aber bedenkenswert

Zum Thema Videosprechstunde sagte Stolz: „Das ist kein Allheilmittel. Ich halte den direkten Patientenkontakt für wesentlich, ist aber wichtig, sich die Frage zu stellen, was man über solche Mittel sinnvoll abdecken kann.“  Eine solche Diskussion müsse offen geführt werden.

Abschließend sagte Stolz: „Fühlen Sie sich von mir sehr wertgeschätzt in der Arbeit, die sie tagtäglich machen. Und tragen Sie das bitte auch zu Ihren Kollegen weiter, weil es mir ganz wichtig ist, dass gesehen wird, was sie dort leisten.“

 

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